Pros und Kontras | Harry Potter und das verwunschene Kind

13. Januar 2017

Lange bin ich um das Skript des „achten“ Harry Potter-Teils geschlichen und vergangene Woche habe ich mich (endlich!) daran gewagt. Hier gleich eine Warnung: Ich gehe davon aus, dass es viele von euch schon gelesen haben, alle anderen warne ich vor – Spoilergefahr! Wenn ihr im Vorhinein nicht zu viel erfahren möchtet, dann hebt euch diesen Post für später auf ;-).

In meinen Augen ist es am allerwichtigsten, dass man sich von Anfang an klar macht, dass es sich bei diesem Buch um ein Theaterskript und demnach auch nicht um einen achten Teil in dem Sinne handelt. Erst dann kann man sich vollkommen auf die Geschichte einlassen und eine Rückkehr in die magische Welt genießen. Die Handlung rast gerade am Anfang des Buches unheimlich und in einem Sprung ziehen mehrere Jahre an einem vorbei, aber genauso schnell lässt es sich auch lesen, sodass ich es innerhalb von zwei Tagen regelrecht verschlungen habe.

Im Mittelpunkt des Theaterstücks stehen die beiden Jungen Albus und Scorpius, die eine enge und außergewöhnliche Freundschaft verbindet. Albus, der Sohn von Harry und Ginny, wird entgegen aller Erwartungen vom Sprechenden Hut gemeinsam mit Scorpius nach Slytherin geschickt. Ein Potter in Syltherin! Doch das ist nicht das einzige, das Albus sein Leben schwer macht. Während sein großer Bruder James eifrig und ohne große Mühe in die Fußstapfen des berühmen Vaters tritt, empfindet Albus sie als Last, gegen die er sich nicht behaupten kann. Eines abends belauscht er ein Gespräch zwischen seinem Vater und Amos Diggory. Der alte Mann fleht Harry an, mit dem Zeitumkehrer in die Vergangenheit zu reisen und seinen Sohn zu retten, doch Harry weist ihn ab. Und Albus trifft eine Entscheidung, die die Zukunft der ganzen Welt verändern wird.

 

Meine Pros

  • Harry Potters Sohn im Haus Slytherin! Es wäre doch wirklich zu langweilig gewesen, wenn alle Kinder nach Gryffindore gekommen wären. Außerdem finde ich es schön zu sehen, dass Slytherin endlich aus diesem „bad boy“-Image herausgelöst wird.
  • Die Freundschaft zwischen Albus und Scorpius. Ich hatte es so sehr gehofft und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Es ist unheimlich schön, wie sehr sich die beiden mögen und wie unbeholfen sie dennoch damit umgehen.
  • Unvorhergesehene Wendungen. Ich bin vollkommen unvorbereitet und unvoreingenommen an das Buch herangetreten und wurde dadurch immer wieder positiv durch die Handlung und ihre Entwicklung überrascht.
  • Lily und James Potter und ihr letzter Tag mit Harry <3
  • Draco und die bedingungslose Liebe zu seiner verstorbenen Frau und seinem Sohn. Ich habe immer gewusst, dass er tief in seinem Herzen ein guter Mensch ist. Hach <3
  • Ron und Hermine! Die beiden sind für mich der Inbegriff eines perfekten Paares, deshalb finde ich es großartig, dass sie sich in jeder veränderten Form der Gegenwart lieben – egal, ob sie verheiratet sind oder nicht. Die beiden gehören einfach zusammen <3
  • Hermine als Zaubereiministerin und dass sich Fleiß und Engagement wie immer auszahlen.
  • Dumbledore, der seine klugen Gedanken wie immer in Rätsel packt. Die Szene, in der Harry mit dem Portrait von Dumbledore spricht, ist einfach großartig.
  • Der Zeitumkehrer und die Reise zurück zum vierten Teil und dem Trimagischen Turnier. Die Zeitreisen fand ich schon im dritten Teil mehr als cool!
  • Snape als Untergrundkämpfer gegen die dunkeln Mächte. YES!
  • Das Gefühl, endlich wieder zurück zu sein <3.

Meine Kontras

  • Delphini als Voldemorts und Bellatrix‘ Tochter. Bin ich eigentlich die einzige, die das ganze total seltsam findet? Bellatrix‘ Obsession war mehr als offensichtlich, aber Voldemort und Sex? Obwohl ihm sämtliche Menschlichkeit fehlt? Tut mir Leid, aber das kann und will ich mir nicht vorstellen. Schon gar nicht, wie sie ihn verführt hat.
  • Harry als Vater. Ich weiß, dass Harry sehr viel in seinem Leben durchgemacht hat und ein emotional ziemlich verkrüppelter Mensch ist. Aber seine Selbstbezogenheit und Arroganz Albus gegenüber … arrggh!
  • Ron als blasse Nebenfigur. Natürlich ist Ron für so manchen dämlich-witzigen Spruch bekannt, aber in diesem Theaterstück ist Ron nur ein blasser Abklatsch seines eigentlichen Charakters. Nicht witzig und liebenswert, sondern dümmlich und nervig.
  • Dass Hagrid nicht da ist. Hogwarts ohne Hagrid? Für mich ist das unvorstellbar. Zwar taucht er in Harrys Träumen auf, aber dass er aus der Gegenwart so ausgeklammert wird, finde ich absolut falsch. Natürlich wäre er jetzt alt und (ich möchte es mir gar nicht vorstellen) vielleicht sogar verstorben, aber das kann man doch nicht einfach weglassen!

Es ist eine kurzweilige Geschichte, die gut unterhält und zahlreiche Sehnsüchte der Harry Potter Fans erfüllt. Leider ist gerade Ron nur ein blasser Schatten des eigentlich so großartigen Charakters und kommt wie viele andere mir wichtige Charaktere zu kurz. Richtig schön finde ich, dass die Autoren zeigen, wie wichtig die Vergangenheit für unser Leben ist und wie schon kleine Veränderungen alles durcheinander bringen können. Es ist zwar kein klassischer J. K. Rowling und auch das Hogwartsgefühl will sich aufgrund der fehlenden Umschreibungen, die es in den Romanen gab, nicht vollkommen einstellen. Dennoch ist es für mich wie: nach Hause kommen. 

 

Harry Potter und das verwunschene Kind – J. K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne

Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 24. September 2016
Übersetzer: Klaus Fritz, Anja Hansen-Schmidt
ISBN: 978-3-551-55900-5
Seiten: 336

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1 comment

Die Vorleser 4. Februar 2017 at 13:19

Liebe Cora,
wir haben den "achten" Harry Potter wie alle anderen auch zu Hause, aber bislang haben ihn sich meine Töchter geschnappt. Mir bleibt nur übrig, den schönen Buchumschlag zu bewundern. Also vielen Dank für deine schöne Besprechung.
Liebe Grüße von den Vorlesern

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