Ein Monat in Büchern | Februar 2017

18. März 2017 4 comments

Ein etwas verspätet habe ich heute endlich meinen Monatsrückblick für den Februar für euch. Der Februar war für mich – wenn ich von meinen Klausuren und der nervigen Lernerei absehe – ein eher ereignisloser Monat. Dafür freue ich mich umso mehr, dass mich drei meiner vier gelesenen Bücher sehr gut unterhalten haben. Die Rezensionen für die Bücher sind alle schon geschrieben und ich freue mich sehr darauf, sie in der nächsten Zeit zu veröffentlichen. Wenn ihr also noch ein bisschen mehr über die jeweiligen Bücher erfahren möchtet, dann müsst ihr euch nur noch ein wenig gedulden. Ich habe im Februar deutlich weniger gelesen als ich eigentlich wollte, aber das ist vermutlich auch nicht verwunderlich, wenn man schon den halben Tag Unilektüre in sich reinstopfen musste.

 

My Life on the Road – Gloria Steinem

My Life on the Road ist ein Puzzle aus Erinnerungen, Menschenportraits und Gesellschaftskritik, das sich vielleicht wirr und ohne roten Faden zusammensetzt, aber dadurch in keinem Fall an Reiz verliert, sondern an Authentizität gewinnt. Gloria Steinem scheint mir nach diesem Buch eine fabelhafte, unabhängige, offene und zur Selbstkritik fähige Frau zu sein, die aufrichtig und mit viel Begeisterung aus ihrem Leben als reisende Aktivistin erzählt. Und ihre Botschaft könnte keine Bessere sein: Sie möchte ihre Leser*innen ermutigen, die Welt zu bereisen und dabei stets offen für alles Neue zu sein.

 

Schöne neue Welt – Aldous Huxley

Aldous Huxleys Schöne neue Welt ist ein packendes und erstaunliches Buch. Huxleys Einfallsreichtum ist enorm und ich hoffe inständig, dass sich die Menschheit nicht so entwickeln wird, wie in seinem Roman dargestellt. Leider konnte ich mich beim Lesen aber mit keinem der Charaktere identifizieren und ich habe niemanden gehabt, mit dem ich mitfiebern konnte. Dadurch habe ich auch jetzt nach dem Lesen noch eine gewisse Distanz zu diesem Buch. Nichtsdestotrotz hat mich der Roman gepackt und gegenüber dem schon heute existierenden verschwenderischen Konsum und dem ständigen Streben nach Fortschritt und Perfektion sensibilisiert und meinen Blick verändert.

 

Untenrum frei – Margarete Stokowski

Margarete Stokowskis Essaysammlung Untenrum frei ist ein Rundumschlag gegen alle gesellschaftlichen Konventionen und veralteten Rollenbilder, die die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern künstlich hervorrufen. Abwechselnd hat sich mich zum Lachen, zum Verzweifeln, zum Toben und „Aha!“ gebracht. Mit viel Humor, einem umfangreichen Wissen und scharfer Beobachtungsgabe ermöglicht Stokowski ihren Leser*innen einen leichten und unterhaltenden Einstieg in den Feminismus. Ach ja, und „Warum eigentlich ‚untenrum‘? Unten sind die Füße, Mann! Das weiß ich – eigentlich“ – S. 18.

 

Schmerz – Zeruya Shalev

Zeruya Shalevs Roman Schmerz war die Empfehlung einer Buchhändlerin und da ich noch nie ein Buch gelesen habe, das in Israel spielt und mich die Idee hinter dem Buch neugierig gemacht hat, habe ich es mir kurzerhand gekauft. Die Autorin zeigt die vielen Facetten des Schmerzes, der physisch, psychisch, gegenwärtig und vergangen sein kann. Dennoch ist der Roman in meinen Augen leider nicht gelungen. Iris, die Protagonistin, schwimmt im Selbstmitleid und nimmt in ihrem eigenen Leben nur eine passive Rolle ein. Der Roman treibt vor sich hin, ohne dass etwas passiert. Wie auch, wenn die Protagonistin nicht selber aktiv handelt. Das änderte sich zwar zum Ende des Romans, aber da hatte mich die Autorin schon verloren.

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4 comments

Juliana 20. März 2017 at 14:25

Gloria Steinem liegt nun schon seit einigen Monaten ungelesen bei mir rum. Dein Urteil zeigt mir nun wieder, dass ich es bald lesen sollte. Quasi ein kleiner Anstoß, eine kleine Erinnerung an mich. Danke! 🙂

Reply
Cora 20. März 2017 at 14:39

Liebe Juliana,
ich kann dir das Buch nur empfehlen. Mir hat es beim Lesen sehr viel Freunde bereitet! 🙂
Lg

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Mara Luna 28. März 2017 at 15:18

Liebe Cora,
ich bin gerade überglücklich, deinen Blog entdeckt zu haben – dieser ist wunderschön!
Aber vor allem geht es ja um den Lesegeschmack. Steinem wollte ich schon so lange lesen und das war jetzt eine wunderschöne Bestätigung dafür.
Aber auch ‚Untenrum frei‘ möchte ich lesen, es steht schon in meinem Regal mit anderen feministischen Lektüren und ich freue mich sehr auf die Essays.
Zeruya Shalevs Buch Schmerz hat mich auch schon oft angesprochen – meine Mutter riet mir dann aber von ihr ab und gab mir erstmal ihre vorigen Bücher. Da sich auch bei mir die Bücher stapeln, kam ich noch nicht dazu, etwas von ihr zu lesen, aber da brenne ich nun auch nicht wirklich darauf.

Herzlich,
Mara

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Cora 29. März 2017 at 09:38

Liebe Mara,
ich freue mich sehr, dass es dir hier gefällt! Und ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen der Bücher. Steinem und Stokowski waren wirklich sehr gut 🙂
Allerliebste Grüße,
Cora

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