Leseprojekt: Literatur aus … allen Regionen der Welt

23. Mai 2017

Eine Idee

Ich möchte euch heute endlich mein Leseprojekt vorstellen, an dem ich die vergangenen Tage intensiv, aber die vergangenen Monate bereits flüchtig gearbeitet habe. In einem Gespräch über individuelle Lesegewohnheiten bin ich auf die Idee gekommen, dass es großartig wäre, aus jedem Land der Erde mindestens ein Buch gelesen zu haben. Als ich mich jedoch genauer damit beschäftigte, wurde mir schnell klar, dass das wohl eher ein Wunschtraum bleiben wird, aber: Nicht unmöglich ist es, so viele Bücher wie möglich aus einer Region der Erde zu lesen. Und damit entstand meine Idee für dieses Leseprojekt. Ich möchte in meinem Leben, denn für dieses Leseprojekt gibt es keinen zeitlichen Rahmen, möglichst viel Literatur aus allen Regionen der Erde lesen.

 

Die Regionen

Die Welt in Regionen einzuteilen, ist gar nicht so einfach, wie man das vielleicht auf den ersten Blick meint. Denn gerade bei der Differenzierung zwischen Mittel- und Südamerika und der Karibik oder auch beim Ausklamüsern der Regionen in Ozeanien bin ich ordentlich ins Schwitzen gekommen. Und auf Staaten gestoßen, von denen ich bis vor zwei Tagen noch kein einziges Mal gehört hatte. Schande auf mein Haupt, aber das ist jetzt zum Glück vorbei. Bei der Einordnung der Regionen habe ich mich mehr oder weniger an die regionale Gliederung der Vereinen Nationen gehalten, aber ich beanspruche keine Allgemeingültigkeit oder gar Richtigkeit dieser Einteilung. Diese findet ihr jedoch jetzt ganz öffentlich in meinem Menü unter dem Punkt „Literatur aus…“. Dort könnt ihr gern vorbeischauen und ebenso klugscheißen, wenn euch diese Gliederung nicht gefällt. Anregungen und Kritik von euch nehme ich gern entgegen!

Amerika
Nordamerika, Mittelamerika, Karibik & Südamerika

Europa
Nordeuropa, Westeuropa, Osteuropa & Südeuropa

Afrika
Nordafrika, Westafrika, Zentralafrika, Ostafrika & südliches Afrika

Ozeanien
Australien und Neuseeland, Melanesien, Mikronesien & Polynesien

Asien
Vorderasien, Zentralasien, Ostasien, Südostasien & Südasien

 

Die Einteilung erfolgt dabei jeweils gemäß des Herkunftslandes des Autors oder der Autorin. Wenn ihr euch durch die einzelnen Regionen durchklickt, wird euch schnell auffallen, dass sich hier auf dem Blog vor allem Rezensionen zu Büchern aus Westeuropa und Nordamerika tummeln. Kaum eines stammt aus Asien, Afrika, Südamerika oder Ozeanien. Und wenn ich mir die Bücher in meinem Bücherregal anschaue, dann sieht es dort genauso aus. Die Einteilung ist bei manchen Autoren und Autorinnen natürlich nicht so leicht: Beispielsweise ist Muriel Barbery, deren Roman „Die Eleganz des Igels“ ich gestern beendet habe, in Marokko aufgewachsen, zum Studium nach Frankreich gezogen und lebt heute in Japan. Also wohin? Ich habe mich schließlich für ihr Herkunftsland Marokko in der Region Nordafrika entschieden, da es sie in ihrer Jugend vermutlich am meisten geprägt hat. Alex Capus ist in Frankreich geboren und hat dort die ersten fünf Jahre seines Lebens verbracht, danach zog er gemeinsam mit seiner Mutter in die Schweiz, wo er noch heute lebt. Ihn habe ich zur Schweiz in Westeuropa zugeordnet. Ein gewisser Ermessenspielraum wird bei dieser Art der Einteilung also nicht vermeidbar sein.

 

Warum? Weshalb? Wieso?

Dieses Projekt schwelt bereits seit geraumer Zeit in meinem Hinterkopf. Anregung war ein besagtes Gespräch über die individuellen Lesegewohnheiten, aber auch über die Geschichte und die Philosophie, die wir lernen. Unser Leben und unsere Lehre ist geprägt von den Werken westlicher weißer Männer. Und so beeindruckend die Werke von Platon, Kant oder Camus auch sind, so stellen sie doch nur einen kleinen Teil der auf der Welt existierenden Denker dar.

 

Ich strebe in meinem Leben in vielen Bereichen danach, meine kleine, gemütliche, warme und wohlbekannte Blase zu verlassen und Neues zu sehen. Ich reise, schaue liebend gern Dokumentationen über anderen Kulturen, führe anregende Gespräche über das Leben, die Gesellschaft, Kulturen und Politik. Doch wenn ich in mein Bücherregal schaue, fällt auf, dass sich hier nur wenige Werke tummeln, die nicht von Autor*innen aus Westeuropa oder Nordamerika geschrieben wurden. Warum strebe ich in meinem Leben so sehr nach Horizonterweiterung und lasse gleichzeitig das Lesen, eines meiner größten Hobbies, außen vor? Mein Leseprojekt soll mich, aber – und das hoffe ich wirklich sehr – auch euch dazu bewegen, neue Autor*innen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt zu entdecken.

 

Alles hat seine Grenzen

Im Grunde genommen wird sich kaum etwas ändern. ich werde die Bücher lesen, auf die ich Lust habe und die Bücher ignorieren, die mich nicht ansprechen. Also eigentlich alles wie bisher. Der einzige Unterschied wird sein, dass ich bewusster nach der Herkunft und dem Kulturkreis der Autor*innen schauen und hier vielleicht über das ein oder andere Buch schreiben werde, das noch nicht unzählige Male für Instagram mit hübschen Blumen und dampfendem Tee abgelichtet wurde. Aber das kann ja auch sehr interessant werden. Ich werde meinen Fokus wieder vermehrt auf anspruchsvolle Gegenwartsliteratur, Klassiker und Sachbücher legen, solche Bücher, die mich wirklich interessieren. Denn für mich war das Lesen schon immer nicht nur eine Möglichkeit, um mich zu unterhalten, sondern auch um Neues zu lernen. Sprachlich bin ich momentan natürlich auf Deutsch und Englisch eingeschränkt. Aber ich lerne bereits Französisch und möchte unbedingt noch Spanisch und Japanisch lernen.

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2 comments

Suse 28. Mai 2017 at 01:01

Hi, ich bin gerade zufällig durch einen anderen Blog hier gelandet. Die Idee gefällt mir gut und ich bin gerade am überlegen auf welchen Kontinenten ich lesetechnisch schon unterwegs war.
Ich habe vor geraumer Zeit folgende Weltkarte entdeckt. https://www.placingliterature.com hier wird allerdings nicht nach Autor sortiert sondern nach Handlungsort.
Viele Grüße

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Cora 28. Mai 2017 at 12:21

Hey 🙂 Wie schön, dass dir die Idee gefällt und danke für den Link zu der Weltkarte. Da muss ich gleich mal stöbern gehen!
Viele Grüße zurück 🙂

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